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Polybius-Chiffre

 

Hintergrund

Die Polybius-Chiffre (auch: Polybios-Chiffre) stammt von dem griechischen Schriftsteller und Historiker Polybius (* um 200 v. Chr.; † um 120 v. Chr.).1 Das Verfahren wurde insbesondere zum Übermitteln von Nachrichten auf Distanzen in Sicht- oder Hörweite eingesetzt, kam aber selbst in Chiffren des 20. Jahrhunderts noch zum Einsatz.2 Jedem Buchstaben wird eine Zeile und Spalte in einer Matrix zugeordnet. Ein Buchstabe lässt sich anschließend durch Klopf- oder Lichtzeichen, welche die Zeile und Spalte bestimmen, übermitteln. Interessant ist, dass Julius Caesar rund 100 Jahre später eine primitivere Chiffrierung verwendet hat.

 

Funktionsweise

Die ursprüngliche Polybius-Tafel besteht aus einer 5x5 Matrix. Jeder Buchstabe des Alphabets (A-Z) muss nun genau einmal in diese Matrix eingetragen werden. Da das Alphabet aus 26 Zeichen besteht, muss also ein Zeichen gestrichen werden. Dies kann zum Beispiel das im Deutschen selten vorkommende J sein. Sollte es doch benötigt werden, so wird einfach ein I eingefügt.
Eine solche Matrix kann schließlich folgendermaßen aussehen:


1 2 3 4 5
1 Q W E R T
2 Z U I O P
3 A S D F G
4 H K L Y X
5 C V B N M


Der Buchstabe A entspricht also der 31. Der Buchstabe B der 53. Das Wort „Geheimnis“ lässt sich somit zu „35 13 41 13 23 55 54 23 32“ chiffrieren.

 

Sicherheit

Es handelt sich bei der Polybius-Chiffre nur um eine monoalphabetische Ersetzung der Buchstaben, die keinen wirklichen Schutz bietet. Sie ist mit einer Häufigkeitsanalyse leicht zu knacken.

 

Details

Diese Matrix lässt sich auch mit einem Codewort füllen. Wird zum Beispiel das Codewort: „Kryptographie“ gewählt, so müssen zuerst doppelt vorkommende Buchstaben entfernt werden, da jeder Buchstabe nur einmal in der Matrix vorkommen darf. Dadurch ergibt sich: „Kryptogahie“. Dies wird nun in das Polybius-Quadrat eingetragen und anschließend wird es mit dem übrig gebliebenen Alphabet gefüllt.


1 2 3 4 5
1 K R Y P T
2 O G A H I
3 E B C D F
4 L M N Q S
5 U V W X Z

 

Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Polybios-Chiffre

 

Einzelnachweise

1 o.V.: “Polybios”, http://de.wikipedia.org/wiki/Polybios, 2009-02-20
2 Kippenhan, Rudolf: „Verschlüsselte Botschaften“, Nikol, 2006, S. 161ff

 


   
     
 
 
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